Wer quatscht denn da? (oder auch nicht) – Kommunikationstypen in einer Bar

Wer quatscht denn da? (oder auch nicht) – Kommunikationstypen in einer Bar

BARKULTUR – Einer der Top-Trends des Jahres!
Endlich Freitag, endlich Wochenende. Doch nicht nur am Wochenende, sondern auch wochentags heißt es für viele Geschäftsleute auf Reisen: Einfach mal abschalten, entspannen oder auch einen schönen Abend in einer großartigen Bar verbringen. Gewappnet mit unseren 10 Regeln der Bar-Etikette kann beim Besuch ja nichts mehr schief gehen – vorausgesetzt Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Denn wie im echten Leben treffen wir beim abendlichen Gang in die Bar auf eine Reihe verschiedenster Kommunikationstypen. Und damit Sie nicht ins Fettnäpfchen treten und dem Ruhe Suchenden den Abend verderben oder den Drink-Experten durch Unwissen beleidigen, sollten Sie sie alle kennen: Die, die Sie schon sehnsüchtigst erwarten und auch die, die froh sind, wenn Sie sie gar nicht erst ansprechen.
Das Institut Michael Ehlers besuchte die Top-Gastronomen Christoph Köll und Linda Le und befragte die Profis nach den verschiedenen Bartypen. Hier ist das Ergebnis:

Der Ruhe suchende Feierabendtrinker
Mit diesem Kommunikationstyp werden Sie eher weniger Kontakt haben, denn der Ruhe suchende Feierabendtrinker zeichnet sich nicht gerade durch seine Kommunikation aus. Er hat eine anstrengende Woche hinter sich und sucht die heimische Bar in aller Regel auf, um abzuschalten. Beim Barkeeper ist er bekannt und gerne gesehen – ein kurzes Nicken beim Betreten reicht, um dem verständnisvollen Barkeeper das „Go“ zur üblichen Bestellung zu geben, bevor sich der Ruhesuchende in einer gemütlichen Ecke ein lauschiges Plätzchen zur Entspannung sucht. Dort genießt er seinen Drink, blättert in Magazinen oder surft auf seinem Smartphone – ganz in der Hoffnung bloß nicht gestört zu werden. Ein freundliches Nicken zum Barkeeper, der nach einem weiteren Drink fragt, ein passives Beobachten des Trubels, doch zu mehr lässt sich der Ruhe Suchende nicht hinreißen. Probleme machen wird dieser Typ Barbesucher nie. Ärger mit anderen Barbesuchern? Lautstarke Beschwerden? Ein unangenehmes Auftreten durch einen Drink zu viel? Niemals, denn das würde es doch nur seine angestrebte Ruhe und Entspannung stören.
happy friends with drinks talking at bar or pub
Der Kennenlerntyp
Ganz anders verhält es sich beim Kennenlerntyp. Denn dieser Typ Barbesucher möchte kommunizieren, Leute kennenlernen und einen geselligen Abend in seiner Lieblingsbar verbringen. Er charakterisiert sich als offener, umgänglicher Typ, der beim Betreten der Räumlichkeiten nach einem überschwänglichen „Hallo“ zum Barkeeper den nächstbesten Platz wählt, der gerade frei ist. Am liebsten natürlich inmitten unbekannter Menschen, mit denen er in Kontakt treten kann. Bei der Bestellung lässt sich dieser Typ gerne beraten oder fragt andere Gäste nach einer Empfehlung. Er versucht alles, um ins Gespräch zu kommen. Der Kennenlerntyp sondiert aktiv die Räumlichkeiten und das Geschehen in der Bar, wechselt auch häufig seinen Platz, um sich letztenendes an der Theke wiederzufinden – dort, wo sich alle miteinander unterhalten. Der Kennenlerntyp ist ein sympathischer und gern gesehener Gast. Er ist freundlich und sorgt für Stimmung, ohne dabei aufdringlich zu werden.
Die Gruppen – Wir, in unserem Rudel
Ebenso beliebt und nicht weniger stimmungsvoll sind die Rudelmenschen. Geschlossen betreten sie als Gruppe die Lokalität und suchen sich mit Vorliebe einen großen Tisch, an dem alle Platz haben und optimal miteinander kommunizieren können. Diese Kommunikation findet vornehmlich innerhalb dieser Gruppen statt. Wer mit so vielen Menschen eine Bar betritt ist meist weniger darauf aus neue Menschen kennenzulernen. Das Ziel der Gruppe ist es vielmehr Spaß zu haben, mit Freunden zu quatschen und einen unvergesslichen Abend zu erleben. Möchten Sie Gruppen knacken gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Gruppen lieben andere Gruppen. Eine Vergesellschaftung bietet sich also nur bei Anwesenheit eines zweiten Rudels an und herrscht Sympathie kann es so sehr schnell sehr spaßig werden, vor allem wenn lustige Trinkspiele im Gange sind.
Der Drink Experte
Sie kommen für das, was in einer Bar angeboten wird: Whiskey und Co. Der Experte ist ein Meister auf dem Gebiet der Drinks und tauscht sich auch mit Vorliebe darüber aus. Dazu nimmt dieser kommunikative Typ am liebsten direkt am Tresen Platz, um mit dem Barkeeper – einem angemessenen Gesprächspartner auf dem Spezialgebiet der Drinks zu fachsimpeln. Dass der Barkeeper meist noch mehr Gäste zu umkümmern hat als den Drink Experten, interessiert diesen Typen eher weniger.
So ist er doch extra gekommen, um sich mit einem anderen Experten auf Augenhöhe intensiv austauschen zu können. Kommentare anderer Barbesucher von links oder rechts am Tresen werden bei diesem Typen zumeist nur geduldet, wenn sich aus diesen eine angemessene Kenntnis im Fachbereich „Drinks“ ableiten lassen, denn mit Unwissenden möchte dieser Barbesucher seine wertvolle Freizeit nicht verschwenden. Wichtig ist es bei diesem Typ außerdem zu unterscheiden, ob es sich um den Untertypen „wahrer Experte“ oder „vermeintlicher Experte – der Aufschneider“ handelt. Letzterer gibt zwar vor, absoluter Experte zu sein, trinkt im Stillen jedoch am liebsten seinen Jack Daniels gespritzt mit Cola.

Linda Le
Sie hält neben Cocktail-Shakern auch oft Händchen – Linda Le hat stets ein offenes Ohr für ihre Gäste.

Der Barkeeper
Nicht zuletzt darf der Barkeeper als Kommunikationstyp nicht außen vor gelassen werden. Er ist gleichzeitig der Einfühlsame, der Experte, der Ruhepol, der Streitschlichter und außerdem der Ansprechpartner Nummer 1. Seine Leidenschaft für Drinks gepaart mit seiner Vielzahl an sozialen Fähigkeiten machen ihn zum absoluten Zentrum einer jeden guten Bar. Für einen Barkeeper ist es selbstverständlich das A und O ein kommunikativer Typ zu sein – so muss er Menschen lesen können und einfühlsam genug sein, um mit allen Gästen – auch den unangenehmen umgehen zu können. Der Barkeeper dient darüber hinaus nicht selten als eine Art Seelenklempner, als neutraler Einrichtungsgegenstand einer Bar, dem wir uns anvertrauen können. Händchen halten gehört zum Beruf eines Barkeepers also ebenso dazu wie das Mixen von Drinks und so kommt es nicht selten vor, dass sich Eheprobleme durch gute Drinks und das Einfühlungsvermögen des Barkeepers im Laufe eines gemütlichen Abends geradezu in Luft auflösen.

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