Baretikette – 10 Tipps für einen gelungenen Abend, an dem Sie nicht nur der Barkeeper lieben wird

Baretikette – 10 Tipps für einen gelungenen Abend, an dem Sie nicht nur der Barkeeper lieben wird

Richtiges Auftreten in der Bar, damit der Abend ein voller Erfolg wird? Gar nicht so schwierig, vor allem ,wenn man die Perspektive der Profi-Barkeeper kennt.
Schummriges Licht, gute alte Jazzmusik und köstliche Drinks. Ein Abend in einer Bar bietet nicht nur für den Gaumen große Freuden. Denn die wohlige Atmosphäre, gepaart mit der späten Tageszeit lässt Geselligkeit aufkommen. Einfach entwickeln sich so gute Gespräche, das eigene Netzwerk kann gepflegt und der ein oder andere interessante Kontakt geknüpft werden – vorausgesetzt, man kommt gut beim Gesprächspartner an. Damit Sie bei Ihrem nächsten Barbesuch glänzen, haben wir uns mit den begnadeten und mehrfach ausgezeichneten Bartendern Linda Le und Christoph Köll getroffen, um uns über die wichtigsten Regeln der Bar-Etikette auszutauschen. Die Profis geizten nicht damit, uns ihre Erlebnisse von der anderen Seite des Tresens zu schenken und gemeinsam konnten wir folgende Tipps ableiten:

1. Unterschätzen Sie niemals die Platzwahl
Das richtige Verhalten in einer Bar beginnt schon beim Betreten der Räumlichkeiten. Mit Ihrer Platzwahl signalisieren Sie sowohl anderen Gästen als auch Ihrem Bartender den Zweck Ihres Besuches. Gesellig geht es direkt am Tresen zu. Hier kann mit dem Bartender geplaudert werden und man kommt auch mit anderen Besuchern schnell ins Gespräch. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie direkt an der Theke nicht von einem stressigen Arbeitstag abschalten können. Möchten Sie in Ruhe einen Drink genießen und nicht gestört werden, wählen Sie einen Platz weit hinten im Raum oder in einem lauschigen Eck. Dort liegen häufig Magazine oder Zeitungen zum Blättern aus – wer liest, möchte nicht gestört werden.

Christoph Köll
Christoph Köll – Bartender aus Leidenschaft

2. Wissen – kein Halbwissen
Klassische Bars ziehen viele Genießer und Kenner in ihre Räumlichkeiten. Leider häufig aber auch diejenigen, die gerne letzteres wären. Möchten Sie sich mit ihrem Bartender oder anderen Gästen fachlich über Whiskeys und Co. austauschen, dann tun Sie das nur, wenn sie auch tatsächlich eine Ahnung haben. Denn in Anwesenheit eines guten Bartenders kann niemand mit kläglichem Halbwissen glänzen. Es kann höchstens peinlich für Sie oder anstrengend für Ihre Mitmenschen werden. Fragen ist übrigens erlaubt: Wenn Sie gerne mehr über die Welt der Drinks erfahren möchten scheuen Sie sich nicht Ihren Bartender anzusprechen. Das ist überhaupt ein guter Einstieg in ein spannendes Gespräch. Gute Bartender können erstaunlich viel über Herkunft von Getränken berichten. Oder in welchem Film welcher Drink warum getrunken wurde. Sie erwarten spannende Geschichten zum weitererzählen.
3. Nutzen Sie die Vorteile einer Bar: Einfach ins Gespräch kommen
Wenn Sie mit anderen Menschen ins Gespräch kommen möchten, wählen Sie einen geeigneten, kommunikativen Platz. Finden Sie einen passenden Einstieg in ein Gespräch mit fremden Menschen, indem Sie Gemeinsamkeiten, wie den gleichen Drink oder Kleidung finden. In einer Bar kann es außerdem ein guter Einstieg sein, anzustoßen oder sich zuzuprosten. Ebenso kann die Gruppendynamik genutzt werden: Gruppen lassen sich einfacher miteinander vergesellschaften, woraus sich interessante neue Gesprächssituationen bilden können. Haben sie ruhig Mut – in lockerer Atmosphäre werden Sie schnell ins Plaudern kommen und wer weiß – vielleicht bietet sich ja die eine oder andere geschäftliche wie private Gelegenheit.
4. Freundlichkeit trotz steigendem Pegel: Glänzen Sie bereits bei der Bestellung
Am besten ist es natürlich, bei der Bestellung bereits zu wissen was man trinken möchte. Wenn sie es dem Bartender besonders zu Beginn ihrer Beziehung einfach machen, haben sie hier schon einmal einen Freund für´s Leben gefunden: Sprechen Sie klar und deutlich und artikulieren Sie verständlich was sie wollen. Bei größerer Geräuschkulisse ist nichts unangenehmer, wie hin und her zu schreien. Würden Sie bei einem „Italiener“ Sushi bestellen? Vermutlich nicht. Starten sie ihre Beziehung daher mit etwas klassischem. Gute Bartender mixen später gerne aus den vorhandenen Zutaten einen Drink nach eigenen Wünschen zusammen.
5. Handy weg!
Allein, zu zweit oder in der Gruppe – möchte man mit Menschen kommunizieren, sollte man sein Mobiltelefon zur Seite legen. Nicht ist unhöflicher als ein Gesprächspartner, der ständig Whats-App-Messages liest oder seinen Facebook-Status checkt. Dabei kommt nicht nur das laufende Gespräch ins Stocken, sondern möglicherweise interessante Gespräche können gar nicht erst entstehen. Machen Sie Ihren Barbesuch zu einem besonderen Erlebnis und legen Sie Ihr Smartphone bewusst beiseite.
 6. „Hau ordentlich was rein“
Fragen Sie NIEMALS nach einem „extrastarken“ Drink. Der Bartender mixt den Drink in der Regel so wie er gehört und wie er am besten schmeckt. Mit „den nächsten aber etwas stärker“ beleidigen Sie höchstens die Fähigkeiten des Barkeepers. Darf es für Sie etwas mehr Alkohol sein, lassen Sie sich ein stärkeres Getränk empfehlen oder bestellen Sie sich einen extra Shot dazu.

Linda Le
Linda Le als beruflicher Exot

 7. Geben und Nehmen
Dasselbe gilt für Gratis-Shots. Nichts ist unangenehmer wie Barbesucher, die mit Vorliebe eine Bar zum ersten Mal besuchen und bereits nach Gratis Shots oder Geburtstagsshots fragen. Gerade als Mann kann eine Situation so schnell peinlich werden. Im Prinzip gilt in einer Bar wie überall das Konzept des Geben und Nehmens. Revanchieren Sie sich doch für einen guten Service bei Ihrem Barkeeper, indem Sie ihr oder ihm einen Drink ausgeben oder ein angemessenes Trinkgeld hinterlassen.
8. Angemessenes Verhalten – Trotz Alkohol
Erinnern Sie sich vielleicht an den volltrunkenen, lauten und rüpeligen Gast ihres letzten Barbesuchs? Und erinnern Sie sich dann daran, wie sympathisch Sie ihn fanden? Ersteres gibt es leider wie Sand am Meer – letzteres wird wohl eher nicht eintreten. Niemand mag laute und aufdringliche Menschen, die zu viel Alkohol getrunken haben. Daher sollten Sie Ihre persönlichen Grenzen kennen. Auf der anderen Seite ist es ebenso unangemessen, zu anzüglich zu flirten. Bewahren Sie Stil – spätestens am nächsten Morgen werden Sie sich selbst dafür danken.
9. It´s time to say goodbye
Haben Sie doch einmal einen Drink zu viel erwischt, dann gehen Sie nach Hause. Egal wann und wo, es ist immer wichtig den Absprung zu finden. Sehen Sie also Ihren Bartender doppelt, trinken Sie ein Glas Wasser oder besser noch – zahlen Sie Ihre Rechnung und verlassen Sie unverzüglich die Bar. Nicht nur der Bartender wird es Ihnen danken, auch Ihr Gesprächspartner wird Sie so gut in Erinnerung behalten.
10. DON´Ts: Und das lassen Sie lieber
Es ist wichtig zu wissen, wie man sich beim Barbesuch optimal verhält. Genauso wichtig ist es zu wissen, was man unbedingt vermeiden sollte, um den Abend für sich, den Bartender und seine Mitmenschen angenehm zu gestalten. Im Alkoholkonsum gibt es Grenzen, im besten Fall kennen Sie Ihre eigenen. Klinken Sie sich nicht unangemessen in fremde Gespräche ein und akzeptieren Sie, wenn es mit einem Gesprächspartner einmal nicht harmoniert. Unsympathisch wirken außerdem Nörgler, die ihre Unzufriedenheit über einen Drink lautstark verkünden. So verscherzt man es sich nicht nur mit dem Bartender, sondern auch mit den anderen peinlich berührten Gästen. Vermeiden Sie es außerdem ihren Bartender mit „Bedienung“ oder „Hey“ zu rufen. Fingerschnipsen ist darüber hinaus ebenso tabu wieder das Wedeln mit dem Geld.
Beachten Sie jedoch Ihren Bar-Knigge, kann so schnell nichts mehr schief gehen und einem gelungenen Abend steht nichts mehr im Wege.

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